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Radiosammlung Dringende Massnahmen SRF (Memobase Vorgängerversion)

Radiosammlung Dringende Massnahmen SRF (Memobase Vorgängerversion)

Das Projekt ‚Mesures d’urgence’, also ‚dringende Massnahmen’ im Bereich Ton wurde von allen Unternehmenseinheiten der SRG und mit Unterstützung des Bundesamts für Kultur durchgeführt. Das Ziel war die Rettung, Katalogisierung und öffentliche Zugänglichmachung gefährdeter Dokumente. Das Projekt umfasste bei Radio SRF - damals noch ‚Radio der deutschen und rätoromanischen Schweiz’ (SR-DRS) – im Wesentlichen die Rettung einer Auswahl aus den rund 18'000 fragilen und von Zerfall bedrohten Direktschnittplatten der Jahre 1933 bis 1954. Das Projekt war zwischen 1994 und ca. 2002 in der produktiven Phase. Gegen Ende des Projekts wurden auch knapp 700 Tonbänder mit Sendungen zur politischen Information überspielt.

Hauptidentifikator
SRF-DM
Original-ID
DM
Zuständige Institution
Schweizer Radio und Fernsehen
Originaltitel des Archivs
Dringende Massnahmen
Medium
Radio
Umfang
1875 Dokumente
Entstehungszeitraum
1935-1984
Original-Signatur
Sprache
Kontext

Beim Bestand ‚Mesures d’urgence’ handelt es sich nicht um einen im klassischen archivarischen Sinn aufgebauten Bestand, sondern um ein Konvolut, das im Nachhinein aufgrund der konservatorischen Dringlichkeiten so aufbereitet und verzeichnet wurde. Im Fall des Projekts mit SRF (vormals SR-DRS) wurden die Massnahmen in der für die deutschsprachige Region zuständigen Dienststelle D+A (Dokumentation und Archive) von SR-DRS und durch den damaligen Direktor der Schweizerischen Nationalphonothek, Kurt Deggeller, koordiniert. Die Dokumente stammen aus den Tonarchiven der Studios Zürich, Bern und Basel, sowie aus dem Archiv des Schweizerischen Kurzwellendienstes KWD. Einige wenige romanisch gesprochene Dokumente stammen aus dem Studio Zürich, da es in der romanisch sprachigen Region der Schweiz damals noch kein Radio-Studio gab. Die Radioarchive jener Zeit dienten, was die aufbewahrten Töne betraf, primär der Wiederverwertung in den Programmen. An das Interesse weiterer Kreise wurde zur Zeit ihrer Entstehung noch nicht gedacht. Die Aufnahmen wurden meist aufgenommen um sie zeitversetzt ausstrahlen zu können. Das gilt ganz besonders für die grösseren Reportagen aber auch für Aufnahmen mit Musik. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde auch damit begonnen spezielle Repertoires mit Unterhaltungsmusik aufzubauen (z.B. Orchester Bob Huber) um Aufnahmen mehrfach einsetzen zu können.

Der Schwerpunkt der damaligen Produktion an Direktschnittplatten lag in den Jahren zwischen 1939 und 1950, wobei in der Kriegszeit von 1941 bis 1944 wegen Materialmangels auf Ersatzmaterial ausgewichen werden musste und die Zahl der Aufnahmen reduziert wurde.

Verwandte Bestände
  • ‚mesures d’urgence’ der anderen Sprachregionen der SRG
  • Dokumente von Radio und Fernsehen SRF
Bestandsbeschreibung

nicht vorhanden

Projektname
Dringende Massnahmen Radio
Projektbeschreibung

https://memoriav.ch/projects/dringende-massnahmen-radio/

Auswahl/Vollständigkeit

Von den rund 18'000 Platten wurden rund 25% - 30% für das Rettungsprojekt ausgewählt. Dies entspricht circa 5000 einzelnen Platten oder etwa gut 1000 - 1200 Dokumenten bestehend aus mehreren Platten.

Die Hauptkriterien der Auswahl richteten sich neben der inhaltlichen Wichtigkeit auch auf die konservatorische Dringlichkeit. Bei den Aufnahmen mit gesprochenem Wort standen anfänglich Reportagen aus Industrie, Alltag und Brauchtum im Vordergrund. Auch Ansprachen wichtiger Personen (Regierung) und wichtige Festanlässe wurden hoch gewichtet. Daneben war die politische Information, insbesondere die möglichst vollständige Überlieferung der vorhandenen Aufnahmen mit Beiträgen der Sendung ‚Echo der Zeit’ ein wichtiger Fokus. Bei der Musik wurden schweizerische Kompositionen und Interpretationen priorisiert. Da sich die Aufnahmen auf dem Ersatzmaterial der Jahre 1941 – 1944 als äusserst zerbrechlich erwiesen und teilweise bereits akut am Zerfallen waren, wurden diese Aufnahmen mit hoher Priorität überspielt.

Datum der Übernahme in Memobase
Informationen zur Erschliessung

Die Aufnahmen wurden auf der Datenbank der Schweizerischen Nationalphonothek katalogisiert. Die Erschliessungsschematik entsprach wissenschaftlichen Kriterien wie sie damals in der IASA (International Association of Sound and Audiovisual Archives) diskutiert wurden und entsprach in etwa dem späteren Dublin Core Standard. Die Dokumente wurden beim Überspielen angehört und dabei alle relevanten Informationen in die Datenbank übertragen; dazu gehörten auch technische Informationen welche die Digitalisierung betrafen.

Rechte
Zugang
Publikationen
Bemerkungen

Das Projekt ‚mesures d’urgence’ war im Bereich der Erhaltung von Radio- und TV Material ein Pionierprojekt. Auslöser war das erste Bundesgesetz über Radio und Fernsehen von 1991. Das Projekt profitierte von der engen Zusammenarbeit zwischen der SRG, der Schweizerischen Nationalphonothek und dem 1995 gegründeten Verein Memoriav, aber auch vom Willen der Schweizerischen Bundesbehörden. In der Zwischenzeit hat die SRG sehr viel in ihre digitalen Infrastrukturen investiert und 2010 damit begonnen sämtliche analogen Dokumente zu digitalisieren. Memoriav und die SRG arbeiten momentan daran, alle diese Bestände so weit wie irgendwie möglich, öffentlich zugänglich zu machen und so die noch bestehenden Lücken in den Nachweisen zu schliessen. Mehr zur langjährigen Zusammenarbeit zwischen der SRG und Memoriav: SRG – Memoriav. Neustart einer erfolgreichen Zusammenarbeit. In: Geschäftsbericht Memoriav 2018, S. 14 f.: https://memoriav.ch/wpcontent/uploads/2019/04/Memoriav_Geschaeftsbericht_2018_DE.pdf

Dieser Bestand wurde aus der Memobase Vorgängerversion übernommen.

Adresse
Schweizer Radio und Fernsehen
Fernsehstrasse 1-4
8052 Zürich
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