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Radiobestand Menyhart, Dieter - Piratenradios

Radiobestand Menyhart, Dieter - Piratenradios

Inhaltlich dominieren zwei Typen: Den einen geht es um die musikalische Bereicherung und den Spass an der Sache. Die andern haben politische Ansprüche und sehen sich als Teil einer Gegenöffentlichkeit, die schwergewichtig gegen bürgerliche Politik und Repression im Strafvollzug wettert.

Hauptidentifikator
SozArch-F_1005
Original-ID
F_1005
Zuständige Institution
Schweizerisches Sozialarchiv
Originaltitel des Archivs
F_1005 Menyhart, Dieter - Piratenradios [TON]
Medium
Radio
Umfang
33 Dokumente
Entstehungszeitraum
1971-1990
Original-Signatur
Sozarch_F_1005
Sprache
gsw
Kontext

Wer nach den 1970er Jahren geboren ist, kann sich kaum eine Vorstellung von der Ödnis machen, die vor 1983 auf einheimischen Radiofrequenzen herrschte. In der Schweiz gab es zwar für jede Sprachregion zwei offizielle Programme. Wer sich aber für anderes als traditionelle Volksmusik, seichtes Unterhaltungsgedudel oder bildungsbürgerliche Inhalte interessierte, fand beim Landessender kaum ein Angebot. Widerstand erwuchs dem Monopol der SRG erst ab Mitte der 1970er Jahre, als sich Radiopiraten oft alleine oder in kleinen Gruppen daran machten, die Frequenzen zu beleben. Die technische Entwicklung und der Preiszerfall machten es möglich, dass sich auch Laien für wenige hundert Fragen einen Sender basteln konnten. Weil die Frequenzen jenseits von 100 MHz angeblich für Kriegszwecke freigehalten wurden, gab es zudem im Frequenzband genug Platz für ihre Experimente. Die PTT als Hüterin des Monopols setzte einiges daran, dem Tun jeweils ein schnelles Ende zu setzen: Mit Peilsendern machte man Jagd auf die oft mobilen Sender und verfolgte sie strafrechtlich. Trotzdem existierten im Piratenjahrzehnt nach 1975 bald Dutzende von Sendern, die teils aus Plausch, teils mit politischem Sendungsbewusstsein oder einfach aus Frust über das ungenügende offizielle Angebot aktiv wurden. 
Piraten sind naturgemäss schwierige Archivkunden. Sie haben wenig Interesse, ihre Tätigkeiten dauerhaft zu dokumentieren. So ist es ein absoluter Glücksfall, dass sich 2013 ein leidenschaftlicher Radiopiratenfan an seine Tonbandkassetten aus den 1980er Jahren erinnerte

1979 blies Roger Schawinski mit Radio 24 zum Sturm gegen das SRG-Monopol. Wo die Radiopiraten nur Nadelstiche platzieren konnten, versetzte Schawinski dem Monopol mit dem Zweihänder innert Kürze den Todesstoss. Im Sommer 1983 legalisierte der Bundesrat private und kommerzielle Lokalradios. Die Phase der Illegalität war vorbei. Die linke Gegenöffentlichkeit suchte und fand im Alternativen Lokalradio Zürich oder Radio Bern ihre Frequenzen.

Verwandte Bestände

http://www.memobase.ch/de/stock/detail/SozArch-F_1006 / http://www.bild-video-ton.ch/bestand/signatur/F_1006

Bestandsbeschreibung

Dieter Menyhart sass damals gebannt vor seiner Stereoanlage, suchte die Frequenzen nach Piratensendern ab und drückte auf Record, sobald er fündig wurde. 33 Aufnahmen von mehr als 20 Piratensendern überlebten, konnten digitalisiert werden und sind nun online zugänglich. Die Sender hiessen phantasievoll „Radio Gätterlischletzer“ oder „Alibaba“, andere prosaischer „Radio Universal“ oder „Alexandra“.

Projektname
Projektbeschreibung
Auswahl/Vollständigkeit
Datum der Übernahme in Memobase
01.12.2014
Informationen zur Erschliessung
Rechte

Schweizerisches Sozialarchiv

Zugang

Auf den Bestand oder auf Teile davon gewährt das Schweizerische Sozialarchiv öffentlichen, kostenlosen Zugang. Weitere Bestimmungen  finden Sie auf unseren Websites.

Jede Art der Verwendung und der Reproduktion setzt eine Bewilligung und einen vereinbarten Zweck voraus. Jede weitere Nutzung bedarf der erneuten Zustimmung des Schweizerischen Sozialarchivs oder des jeweiligen Rechteinhabers.

Dokumente sind via Memobase und dem Onlinearchiv des Schweizerischen Sozialarchivs unter http://www.bild-video-ton.ch/ zugänglich.

Publikationen

http://www.bild-video-ton.ch/bestand/signatur/F_1005

Bemerkungen

Memobase:

Die Daten des Sozialarchivs konnten automatisch transformiert werden. Bei den Schlagworten wurden redundante Nennungen entfernt. Die Transformation wurde durch Florian Müller (Vanamco) gemacht.

Adresse
Schweizerisches Sozialarchiv
Stadelhoferstrasse 12
8001 Zürich
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