Die Frau in unserer Zeit (0226-1)

  • Deutsch
  • 1945-02-09
  • Dauer: 00:06:45

Beschreibung

Abstract:
Schweiz: Frauen-Alltag während Weltkrieg-II

Sequenzbeschrieb:
o.O. (Schweiz) – Frauen verschiedene Tätigkeiten ausübend
o.O. (Schweiz) – ZS FHD-Frauen, Krankenschwestern, Arbeiterin, Tanzlehrerin, Designerin
o.O. (Schweiz) – Familie am Tisch essend, Frau für Mann Suppe schöpfend
o.O. (Schweiz) – Frau allein in Zimmer sitzend, Radio hörend
o.O. (Schweiz) – Frau Brief schreibend
o.O. (Schweiz) – Frau Alltagsarbeiten verrichtend, Kinderbetreuung
o.O. (Schweiz) – Frau Wäsche waschend
o.O. (Schweiz) – Frau Post durchlesend
o.O. (Schweiz) – Frauen beim Einkaufen

Communiqué:
Eine Produktion PRO FILM, Zürich

Begleittext:
Die Schweizerfrau unserer Zeit wird auch im Bilde weiterleben. Die Bilder sind etwas verschieden. Dieses Plakat zeigt das Leid einer heimgekehrten Auslandschweizerin. Der Nebelspalter dagegen geisselt das „Swinggirl“, das nicht direkt von der Stauffacherin abstammt. Anderseits gibt es einen neuen Lehrsatz: Das ganze Volk fährt Ski – welches ist also das richtige Bild von der Schweizerfrau unserer Zeit? „F.H.D.“ bedeutet für viele unserer Frauen und Mädchen mehr als eine Abkürzung. Aber die berufstätige Schweizerin war schon in Friedenszeiten dem häuslichen Frieden entzogen. Ihre Hände ruhen nicht. Schritt um Schritt erobert sich die Frau auch bei uns neue Berufe. Die Schweizer Hausfrau kam bei allen früheren Wertungen zu kurz. Ihre Dienste galten als selbstverständlich. Der Mann fand, wenn er nach Hause kam, alles sauber und geregelt. Die Zeit der Einschränkungen musste kommen, um das früher so Selbstverständliche nicht mehr als selbstverständlich erscheinen zu lassen. Die Frau hat in vielem den Mann zu ersetzen. Aber nicht nur auf den Schultern der Bäuerin, sondern auch auf denen der Hausfrau in der Stadt lasten neuen, ungewohnte Pflichten... und es geht eben nicht anders, als dass Stadt und Land ihre gegenseitigen Sorgen verstehen. Nach dem kriegswirtschaftlichen Vortrag für die Hausfrau folgt als Einlage eine Schallplatte... So müde die Frau auch ist – der Brief an den Mann muss heute noch fort. Sie weiss, wie sehnsüchtig er im Dienst den Bericht von zu Hause erwartet. Immer der gleiche Tageslauf, ohne Rast und Ruhe. Und wieder heisst es: Einteilen, einteilen! Die Karte ist schon so reichlich abgenutzt wie das Leder selbst. Und schon steht die Fleissige und Unermüdliche in der Waschküche – sparsam mit den magern Seifenresten umgehend. Der Stellungsbefehl zum Abend der Hausfeuerwehr... und ein Brief des Lehrers. Auch hier muss die Mutter den abwesenden Vater vertreten und zu allen Gängen noch den Gang zur Schule tun. Treppab... treppauf... In die Läden... Da stehen die Frauen geduldig und warten, bis sie an die Reihe kommen. Und geduldig ist auch die Verkäuferin. Sie ist heute geradezu eine „Kartenleserin“ geworden. Und unsere Schweizerinnen haben Disziplin! Da gibt es nie ein böses Wort, da räumt jede jeder ihren Platz ein... Nun lassen sie aber das kleine Hildi zuerst vor. Sie wissen, dass die Mutter im Geschäft arbeitet und die Kleine schon nahezu die Arbeit eines Hausmütterchens leistet. Und dazwischen liegt das Mittagessen... abstauben..., putzen, nähen... so ist die Frau in unserer Zeit eine Schwerarbeiterin ohne Schwerarbeiter-Zulagen.

Communiqué_0226.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.