Hilferufe aus Ungarn (0744-4)

  • Deutsch
  • 1956-11-09
  • Dauer: 00:03:57

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, o.O.: Sammlung für Opfer des Ungarn-Aufstandes;Österreich, Ungarn: Impressionen ungarische Flüchtlinge;Schweiz, Genève, GE: Demonstration

Sequenzbeschrieb:
o.O. (Ungarn) – Bevölkerung neben durchlöcherter kommunistischer Fahne
Bern, BE (Schweiz) – Pfadfinder Hilfsgüter aus Waggon ladend
Bern, BE (Schweiz) – Kinder Hilfsgüter im Sammellager einlagernd
o.O. (Österreich) – Lastwagen mit Ungarnhilfe-Schilder Grenze überquerend
o.O. (Ungarn) – Lastwagen mit Ungarnhilfe-Schilder Grenze überquerend
o.O. (Österreich) – Bevölkerung Lastwagen winkend
o.O. (Ungarn) – Bevölkerung Lastwagen winkend
o.O. (Ungarn) – Trauernde bei °Opfer-Beerdigung in Massengrab
o.O. (Österreich) – Trauernde bei °Opfer-Beerdigung in Massengrab
o.O. (Ungarn) – Travelling sowjetische Panzer am Strassenrand
o.O. (Österreich) – Travelling sowjetische Panzer am Strassenrand
Budapest (Ungarn) – Travelling Zerstörungen in Strasse
Budapest (Österreich) – Travelling Zerstörungen in Strasse
Budapest (Ungarn) – Travelling Menschenschlange vor Laden
Budapest (Österreich) – Travelling Menschenschlange vor Laden
Budapest (Ungarn) – sowjetische Panzer auf Brücke
Budapest (Österreich) – sowjetische Panzer auf Brücke
o.O. (Österreich) – Flüchtlingsmenge auf Landstrasse gehend
o.O. (Ungarn) – Flüchtlingsmenge auf Landstrasse gehend
o.O., Grenze Ungarn (Österreich) – Ungarische Flüchtlinge auf Landstrasse gehend
o.O., Grenze Ungarn (Österreich) – weinende Flüchtlinge auf Lastwagen
o.O., Grenze Ungarn (Österreich) – Rotkreuzhelfer Säugling tragend
o.O., Grenze Ungarn (Österreich) – Impressionen Kinder-Flüchtlinge
o.O., Grenze Ungarn (Österreich) – ungarische Soldaten-Deserteure Grenze überquerend
o.O., Grenze Ungarn (Österreich) – ungarische Soldaten Waffen-Gewehre abgebend
o.O., Grenze Österreich (Ungarn) – Ungarische Grenzpolizisten
o.O., Grenze Österreich (Ungarn) – sowjetische Panzer im Grenzgebiet
Genève, GE (Schweiz) – NN Demonstration mit durchlöcherten Ungarn-Fahnen
Genève, GE (Schweiz) – NN Schweigeminute an Kundgebung

Communiqué:
Die erschütternden Ereignisse in Ungarn haben in der Schweiz eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Durch Aufnahmen der österreichischen Wochenschau lernen wir einen Teil der Not ungarischer Flüchtlinge kennen, die aus dem Lande des Grauens ins österreichische Asyl strömen – bis russische Tanks die Grenze abriegeln. Das Schweizervolk manifestiert in Massenversammlungen seine Empörung über die Ermordung der ungarischen Freiheit.

Begleittext:
Als das ungarische Volk nach heroischen Kämpfen seine Fahnen hisste, aus denen das Zeichen der Tyrannei verschwunden war – / da regten sich auch in der Schweiz die helfenden Hände, um die Not der erschöpften Freiheitskämpfer zu lindern. Im Sammellager des Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern häuften sich die Gaben, mit denen das Schweizervolk dem frierenden und hungernden Ungarnvolk beistehen wollte. / Eine grosse Hoffnung erfüllte die Welt und beflügelte die Hände der freiwilligen Helfer, die den Berg der Nächstenliebe auftürmten. / In Oesterreich strömten die Gaben aus vielen Ländern zusammen; dort wurden sie über die Grenze geführt, ins Land, das sich seiner jungen Freiheit freute. / Aber es gab in Ungarn mehr Tränen als Jubel. Der Freiheitskampf hatte ungeheure Opfer gefordert. Ein Volk beweinte seine Toten. Und zwischen den Kämpfen hatte es kaum Zeit, sie zu begraben. / Wo ruhen die Scharen, für die es keinen Sarg und keine Blumen gab? / Auf den Strassen lauerten die Kriegsmaschinen; der eiserne Ring der Unterdrücker schloss sich wieder um Budapest, wo der Freiheitskampf begonnen hatte, / wo das Volk hungernd vor den leeren Läden stand, und wo die junge Freiheit auf die grausamste Weise im Keim erstickt wurde. Die russischen Tanks bewachen aufs neue eine Stadt des Martyriums und des Todes. / Die Freiheit war verloren, und aus der neuen Hölle floh, wer nicht mehr kämpfen konnte: / So kamen die Ungarn, die eben noch auf Rettung und Menschenwürde gehofft hatten, über die österreichische Grenze. / Und es kamen die Kinder; viele haben keine Eltern mehr; viele Väter sind drüben geblieben, um zu kämpfen und zu sterben. / Es kamen auch Soldaten die Splitter einer Armee, die aus einem Werkzeug des Unterdrückers zur Freiheitstruppe geworden war. / Die Waffen stammten von fremdem Tyrannen; jetzt mussten die müden Männer sie niederlegen. Die freie Welt hat sie in ihrem Kampf allein gelassen. / Oesterreich hat die Flüchtlinge aufgenommen. Erinnern wir uns des Gabenberges in Bern? Er ist nicht gross genug, um die Not dieser um Freiheit, Heimat und Hoffnung gebrachten Scharen einzudämmen. / Sie sind als die Letzten der Hölle entronnen; hinter ihnen hat sich die Grenze geschlossen; die russischen Tanks sind aufgefahren. Jenseits des Waldes aus Stahl und Feuer liegt das verzweifelnde verblutende Ungarn. / Die freie Welt trauert. Um die ungarischen Fahnen haben sich auch in den Schweizerstädten die Menschen geschart, um die magyarischen Helden zu ehren. / Mehr als 15000 Genfer haben sich auf dem grössten Platz ihrer Stadt schweigend versammelt, um die Märtyrertrikolore zu grüssen. / Eine Gruppe von trauernden Ungarn hält die Fahnenwache. / Und in den Herzen der ergriffenen Menge lebt es wie ein einziger Schrei: Freiheit, Freiheit für Ungarn! /

Communiqué_0744.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.