Flüchtlinge aus Ungarn (0745-2)

  • Deutsch
  • 1956-11-16
  • Dauer: 00:01:55

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, Buchs, SG: Ankunft 1. Züge mit Flüchtlingen aus Ungarn (£), Klosters, GR: Ungarische Flüchtlinge im Heim

Sequenzbeschrieb:
Buchs, SG (Schweiz) – Einfahrt Zug im Bahnhof und Flüchtlinge aus Waggonfenstern blickend
Buchs, SG (Schweiz) – Flüchtlinge aus Zug steigend
Buchs, SG (Schweiz) – Flüchtlinge Zeitung lesend
Buchs, SG (Schweiz) – Flüchtlings-Gesichter
Klosters, GR (Schweiz) – Schild "Ungarnheim"
Klosters, GR (Schweiz) – Flüchtlinge Zimmer beziehend
Klosters, GR (Schweiz) – Kleidersammlung
Klosters, GR (Schweiz) – Kinder werden angezogen
Klosters, GR (Schweiz) – Flüchtlinge beim Essen

Communiqué:
Die Ankunft des ersten Flüchtlings-Sonderzuges in Buchs. 50 Ungarnflüchtlinge – mehrere Familien mit ihren Kindern – beziehen ein vom evangelischen Schulrat Rapperswil-Jona zur Verfügung gestelltes Ferienheim in Klosters, wo der Schweiz. Lichtspieltheaterverband alle Kosten für den Aufenthalt der geretteten Familien übernimmt.

Begleittext:
In Buchs sind die ersten Züge mit Flüchtlingen aus Ungarn angekommen, die in der Schweiz ein Asyl finden sollen. Diese Menschen, der Hölle entronnen, sind müde und ohne Hoffnung. / Mit jedem Transport kommen Frauen mit Kindern an, deren Väter im Lande geblieben sind, um bis zum Tode zu kämpfen. / Wer etwas deutsch versteht, wirft sich auf die Zeitungen: Die Nachrichten sind niederschmetternd. / Alle Volksklassen sind vertreten; die Intellektuellen; die von Wut und Trauer bewegten Arbeiter, / die Bauern, die alles zurückliessen, / die Diener der verfehmten Kirchen. / Und in den Kinderaugen spiegelt sich noch das eben erlebte Entsetzen. Viele Hilfswerke nehmen sich der Unglücklichen an. Die evangelische Schule von Rapperswil-Jona hat dem Schweizerischen Lichtspieltheaterverband ihr Heim in Klosters zur Verfügung gestellt, wo 50 Flüchtlinge – Familien mit ihren Kindern – auf Kosten des Verbandes beherbergt werden. / Diese Leute haben ihr Liebstes gerettet – / und von ihrer Habe nur, was sie auf sich trugen. / Die Bevölkerung von Klosters hat Berge von Wäsche und Kleidern gesammelt; so kann wenigstens die dringendste Not sogleich gelindert werden; / die tapferen Mütter finden wieder die Gebärden des Hegens und Pflegens, und über Kindergesichter kommt wieder ein Schein der Freude. / Es ist der Schweizer Verband Volksdienst, der im Auftrag des Lichtspieltheaterverbandes dieses Heim führt, wo der freundliche Speisesaal zum Ausspannen und zum Vergessen einlädt. Aber nur die ganz Kleinen wissen nicht, dass in diesem Augenblick ihre Heimat zu Tode gepeinigt wird. /

Communiqué_0745.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.