Industrie und Medizin (1485-1)

  • Deutsch
  • 1971-12-03
  • Dauer: 00:05:52

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, o.O.: Industrie im Dienste der Medizin

Sequenzbeschrieb:
Bern, BE (Schweiz) – Eingang und Schild Eidgenössische Waffenfabrik (WF)
Bern, BE (Schweiz) – Arbeiter in Waffenfabrik Gewehre herstellend
Bern, BE (Schweiz) – Panzer schiessend
Bern, BE (Schweiz) – Soldat aus Panzer mit Maschinengewehr schiessend
o.O. (Schweiz) – AA Instrumentefabrik Mathys
o.O. (Schweiz) – Schrift zu 25-Jahr-Jubiläum
o.O. (Schweiz) – Arbeiter und Arbeiterinen in Instrumente-Fabrik arbeitend
o.O. (Schweiz) – Arbeiter bei Herstellung medizinischer Schrauben und Werkzeuge
o.O. (Schweiz) – Arbeiterin Instrumentarium für °Knochenbruch-Behandlung verpackend
o.O. (Schweiz) – orthopädische Chirurgen im Operationssaal mit standardisierten Instrumenten arbeitend
o.O. (Schweiz) – Chirurgen Bein verschraubend
Winterthur, ZH (Schweiz) – Arbeiter in Präzisions-Giesserei Sulzer arbeitend
Winterthur, ZH (Schweiz) – Arbeiter mit Mundschutz bei Entschlackung Hüftgelenke
Winterthur, ZH (Schweiz) – Oberflächenbehandlung Hüftgelenk-Protese
o.O. (Schweiz) – Chirurg künstliches Hüftgelenk einpflanzend
o.O. (Schweiz) – Hüftgelenk-Protese wird in Kunststoff-gefüllten Markkanal einzementiert
o.O. (Schweiz) – Prüfung Gelenk-Funktion
Brugg, AG (Schweiz) – Herstellung Bétathron-Bestrahlgerät bei Brown Boveri
o.O. (Schweiz) – Anwendung Bétathron-Gerät an Patientin
o.O. (Schweiz) – Krankenschwestern Patienten in Madag-Krankenzimmer aus Bahre in Bett legend (gestellt)
o.O. (Schweiz) – Krankenschwester Motorbett bedienend
o.O. (Schweiz) – Raumpflegerin unter freischwebendem Bett mit Florbürstenstaubsauger saugend

Communiqué:
Die Industrie steht heute vielfach im Schussfeld öffentlicher Kritik. Man macht sie für vielerlei Probleme verantwortlich und zieht es vor, positive Seiten zu übersehen. So wird kaum je davon gesprochen, wie weit und intensiv sie sich in den Dienst der Humanität stellt. Wir zeigen die Herstellung modernster chirurgischer Instrumente und Hilfsmittel, sowie deren Verwendung im Operationssaal. Bei der Herstellung von Bestrahlungsgeräten arbeiten Feinmechaniker und Schwerarbeiter gleichermassen mit. Und nicht zuletzt schenkt die Industrie auch der Bequemlichkeit des Spitalpatienten ihre Aufmerksamkeit, - es gibt auch eine humanitäre Industrie in der Schweiz. (in Farben)

Begleittext:
Die Industrie steht heute vielfach im Schussfeld öffentlicher Kritik. Oft werden etwas eilige Schlüsse gezogen. Wenn die Eidgenössische Waffenfabrik ihr 100-jähriges Bestehen feiert, glaubt man sofort, es müssen die gesamte Industrie in Zusammenhang mit Waffenexporten gesehen werden. So bekommt die Industrie eher ein hartes, wenn nicht gar brutales, ein unmenschliches Gesicht. Man macht sie für vielerlei Probleme verantwortlich. // Dabei werden ihre positiven Seiten leicht übersehen. Kaum je wird davon gesprochen, wie weit und intensiv sich die Industrie in den Dienst der Humanität stellt. So produziert z.B. die Instrumentenfabrik Mathys die verschiedensten chirurgischen Qualitätsinstrumente für Aerzte und Spitäler in der ganzen Welt. Schrauben und Werkzeuge, die hier unter Einhaltung peinlichst genauer Präzision entstehen, können eines Tages einem jeden von uns zugute kommen. // 1958 schlugen einige Schweizer Spezialisten die Schaffung eines neuartigen Instrumentariums zur operativen Behandlung von Knochenbrüchen vor. Daraus entwickelte sich die Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese. Einzigartig ist dabei die Standardisierung der Instrumente und die einheitliche Schulung der Aerzte. Dies alles war nur möglich dank der Zusammenarbeit zwischen Metallurgen, Gross- und Kleinindustrie und Aerzten. // Nicht wenige Skifahrer werden z.B. diesen Winter noch ihre Knochenbrüche auf diese Weise geheilt bekommen - dank der Industrie. // In der Präzisionsgiesserei Sulzer wird eine speziell entwickelte, körperverträgliche Legierung bei einer Temperatur von 1550 Grad in einen Mantel von Keramik gegossen. // Nach der Entschlackung folgt die Oberflächenbehandlung dieser künstlichen Hüftgelenke. Kleinste Unebenheiten können hier eine ganze Operation zunichte machen. // 50'000 Stück solcher Hüftgelenke, wurden allein in diesem Jahr in Winterthur produziert. Sie werden hauptsächlich dort eingesetzt, wo ein Patient infolge eines degenerativen Hüftleidens gehunfähig wird. Rund eineinhalb Stunden dauert die Operation, die nur von Spezialisten ausgeführt wird. Die beschädigte Gelenkkugel wird abgesägt und die Prothese in den entleerten Markkanal mit Kunststoff einzementiert. // Schliesslich, wird die Funktion des neuen Gelenkes überprüft. // Der Fortschritt im Apparatebau und in der Elektronik hat völlig neue und wirksame Therapie-Methoden ermöglicht. Ein Beispiel dafür ist das von Brown Boveri entwickelte Bétatron. // Mit dem 12 Tonnen schweren Bétatron lassen sich Tumorherde, wie z.B. Krebs, intensiv und millimetergenau bestrahlen. Die Einstellung kann so präzisiert werden, dass die Elektronenstrahlen in der Krankheitszone selbst konzentriert werden können. // Doch die Industrie denkt auch in anderen Formen an das Wohlergehen des Patienten. / Das typische Spitalzimmer wird verschwinden. Die Madag hat ein neues Krankenzimmer konzipiert, wobei die wohnliche Atmosphäre betont wird. Wichtigster Teil bildet das Motorbett. // Dieses Krankenzimmer der Zukunft hilft aber auch mit, Personalprobleme zu lösen. Da alle Elemente freitragend sind, wird die Reinigung mit speziell entwickelten Florbürstmaschinen zu einem Kinderspiel. // In einer wohnlichen Umgebung kann der Kranke schneller genesen. // Alle diese Beispiele zeigen, wie eng Medizin und Technik auf industriellem Gebiet verflochten sind. Das eine ist ohne das andere nicht mehr denkbar. Und da wir in einem industriellen Zeitalter leben, ist es gut zu wissen, dass es auch in der Schweiz eine humanitäre Industrie gibt. //

Communiqué_1485.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.