Neue Elemente im Bundeshaus: Damen und Rechtsextreme (1486-1)

  • Deutsch
  • 1971-12-10
  • Dauer: 00:03:22

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, Bern, BE: Erstmals Frauen im Nationalrat und Ständerat (£) / Wahl NR-P William von Tobel

Sequenzbeschrieb:
Bern, BE (Schweiz) – SR Lise Girardin im Ständeratssaal sitzend
Bern, BE (Schweiz) – NR Gabrielle Nanchen im Nationalratssaal an Platz sitzend
Bern, BE (Schweiz) – NR Josi Meier sich setzend
Bern, BE (Schweiz) – NR Elsbeth Blunschy sich setzend
Bern, BE (Schweiz) – NR Hedy Lang Blumen belächelnd
Bern, BE (Schweiz) – NR Nelly Wicky Blätter ordnend
Bern, BE (Schweiz) – Begrüssung NR Hanny Thalmann
Bern, BE (Schweiz) – NR Lilian Uchtenhagen lachend
Bern, BE (Schweiz) – NR Tilly Frey und NR Liselotte Spreng nebeneinander sitzend
Bern, BE (Schweiz) – NR Martha Ribi am Platz sitzend
Bern, BE (Schweiz) – Alters-P Eduard von Waldkirch Session eröffnend
Bern, BE (Schweiz) – Rede Waldkirch (O-Ton Eduard von Waldkirch: Spät kommt er, doch er kommt.)
Bern, BE (Schweiz) – Bekanntgabe Wahl NR-P William Vontobel
Bern, BE (Schweiz) – Vontobel sich auf Podium setzend

Communiqué:
Zum ersten Mal in der Geschichte der Schweizer Demokratie haben nun auch Frauen Eingang in das Parlament gewonnen. Ob damit aber die vom Alterspräsidenten von Waldkirch, (Republikaner), in seiner Eröffnungsansprache aufgezählten Probleme sich einfacher und schneller als bis anhin lösen lassen werden ist noch ungewiss.

Begleittext:
Die 39. Legislaturperiode unserer Parlamente wird in die Geschichte eingehen. Die erste Ständerätin heisst Lise Girardin und vertritt den Stand Genf. Zum ersten Mal seit 1848 durften dieses Jahr Frauen auch das andere Männerheiligtum, den Nationalratssaal betreten. In der Annahme, die Damen seien Schmuck genug, beschränkte man sich zur Begrüssung auf drei Nelken und eine Rose. Da kann die Natürlichkeit der jungen Walliserin Gabrielle Nanchen nur gut tun. // Die Rechtsanwältin Josy Meier, sie ist eine der 34 Juristen im neuen Parlament, kommt aus dem Kanton Luzern. Die Schwyzerin Elsbeth Blunschi war als erste Frau der Schweizer Geschichte zur Nationalrätin gewählt worden. // Ob so prachtvoller Gaben staunte auch Hedy Lang aus Wetzikon, indem sich die Genferin Nelly Vicky bereits eifrig mit dem Papierkrieg herumzuschlagen begann. // Frau Thalmann aus dem Kanton St. Gallen machte das Politisieren anfänglich noch Spass. Hoffentlich steckt solche Fröhlichkeit wie jene von Liliane Uchtenhagen aus Zürich auch weiterhin an. // Die Freiburger Aerztin Frau Dr. Spreng schaute etwas skeptisch in die Runde. Emanzipierter gab sich Tilly Frey aus Neuenburg, die sich über alle Bekleidungsvorschriften hinweggesetzt hatte und in weiss erschienen war. // Von Männern geradewegs umringt ging Ffrau Ribi aus Zürich ihrer Arbeit nach. // Die Session wurde vom 81 jährigen Alterspräsidenten, dem neugewählten Republikaner Eduard von Waldkirch eröffnet. Sein Auftauchen auf der politischen Szene kommentierte er mit den Worten: "Spät kommt er, doch er kommt". - In einer Eröffnungsrede zeigte sich der Republikaner von einer geradewegs erstaunlichen Toleranz: "Ich begrüsse sie alle herzlich vom äussersten linken Flügel bis zum äussersten rechten Flügel über die Mitte. Ganz besonders begrüsse ich die Damen. Ich bin überzeugt, dass sie eine grosse Reihe von Aufgaben mindestens so gut werden bearbeiten können wie die Männer". // Nachdem sämtliche Wahlbeschwerden abgewiesen worden waren, schritt man zur Wahl des neuen Nationalratspräsidenten. Gewählt wird mit 174 Stimmen: Herr Von Tobel. Sofort nach seiner Wahl ging Nationalratspräsident William Von Tobel unter Auslassung der üblichen langen Ansprachen zum ersten Sachgeschäft über, dem SBB Budget. //

Communiqué_1486.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.