16-mm-, 8-mm- und Super-8-Filme des ehemaligen Fotoschäfts Schönwetter (in Glarus und Braunwald). Die fast 800 Filme sind lückenlos verzeichnet und als Digitalisate online einsehbar. Zwar handelt es sich oft nur um kurze Szenen. Doch kompilierte Hans Jakob Schönwetter (1906-1997) solche Kurzsequenzen zu eigentlichen Vorführ-Filmen, die sich auch an ein grösseres Publikum ausserhalb des Kantons Glarus richteten. So entstanden frühe Werbefilme für den Tourismus oder Dokumentarfilme über die Glarner Landsgemeinde. In der Summe bieten die Filme ein eindrückliches Panoptikum auf frühere Lebenswelten im Gebirgskanton Glarus. Auch gelten die Filme von Hans Jakob Schönwetter unter Filmhistorikern als aufschlussreiches Beispiel für den frühen Gebrauch von seit den 1930er-Jahren auch für Privapersonen erschwinglichen Filmkameras.

1922/1989
Stumm und Deutsch

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Beschreibung

"Photo Schönwetter" war ein Familien-Geschäft über mehrere Generationen. Ab 1908 arbeitete Johann Baptist Niklaus Schönwetter (1875-1954) in einem eigenen "Photohaus" mit Oberlicht-Studio an der Zaunstrasse 9 in Glarus. 1927 wurden zusätzlich ein "Photo-Kiosk" in Braunwald eröffnet und 1947/48 das Hauptdomizil in Glarus ausgebaut. Vom Vater ging das Geschäft 1935 an den Sohn Hans Jakob Schönwetter (1906-1997) über, der im elterlichen Geschäft eine Fotografenlehre absolviert und nach der Offiziersschule für zwei Jahre beim bekannten Fotografen Gaston De Jongh in Lausanne gearbeitet hatte. Hans Jakob Schönwetter, von dem die Filme stammen, betreute das Geschäft bis 1975. Dann wurde es für einige Zeit von dessen Töchter und ehemaligen Angestellten weitergeführt. Die Fotografien sowie Filme des Fotogeschäfts Schönwetter wurden 1996 dem Kanton Glarus geschenkt. Vielfach wurden die Materialien des Bestands für Publikationen, Präsentationen und Forschung verwendet, insbesondere für eine Ausstellung im Museum des Landes Glarus (2000/2001), flankiert von einer illustrierten wissenschaftlichen Abhandlung zu Foto Schönwetter (vgl. Publikationen). Mit einem von Memoriav mitgetragenen Projektbudget wurden die Filme im "Lichtspiel" in Bern von Restauratoren begutachtet und inventarisiert. Diejenigen Filme, deren Erhalt und Benutzbarkeit infolge Essigsäuresyndrom gefährdet ist, wurden hochaufgelöst digitalisiert, nebst den übrigen nur niedrigaufgelösten Digitalisaten. Sämtliche Filme wurden konservatorisch bearbeitet und vom Landesarchiv nachverzeichnet. Bei fünf Filmen handelt es sich um Dauerleihgaben des Skiclub Glarus (Nr. 96, Nr. 101, Nr. 102, Nr. 104 und Nr. 105). Nachträglich in den Filmbestand integriert wurde die Schenkung zweier Filme (Nr. 802 und Nr. 803) seitens Dr. med. Hans Peter Schönwetter (St. Gallen) im Jahr 2018 sowie zwei vormalige Einzelschenkungen zweier Filme (Nr. 804 und Nr. 805). Zum Vorhandensein einer Tonspur auf einem Film gibt es keine erhobenen oder verzeichneten Informationen.

Titel
Filmbestand Schönwetter
Umfang

30 km Filmmaterial und 68 Stunden Digitalisate. Die bei der Restaurierung teils zusammengefügten Filme befinden sich auf insgesamt 156 Filmrollen

Auswahl/Vollständigkeit

Vollständige übernahme aus einer Schenkung an den Kanton Glarus - lückenlose Verzeichnung und Digitalisierung des gesamten Filmmaterials.

Informationen zur Erschliessung

Filme konservatorisch bearbeitet, inventarisiert und digitalisiert von "Lichtspiel" in Bern sowie nach Vorarbeiten seitens Museum des Landes Glarus erschlossen vom Landesarchiv des Kantons Glarus.

Rechte

Das Nutzungsrecht für die Filme von Foto Schönwetter liegt beim Landesarchiv des Kantons Glarus. Deren Publikation durch Dritte benötigt eine Einwilligung des Landesarchivs. Es sind immer Ersteller (meistens H.J. Schönwetter) und Standort Original (Landesarchiv des Kt. GL) eines Films anzugeben sowie Beteiligung des Vereins Memoriav zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz.

Original-ID
PA_111_Sch_Y
Original-Signatur des Bestands
LAGL PA 111 Sch Y
Originaltitel des Bestands
Filme Schönwetter

Zugang

Die im Landesarchiv gemäss konservatorischen Vorgaben aufbewahrten physischen originalen Filme sind nur für spezifizierte Anliegen zugänglich. Es sind zu allen Filmen Digitalisate vorhanden. Einzelne Digitalisate sind auf Anfrage vom Landesarchiv, vorbehaltlich der jeweiligen zuerst abzuklärenden Nutzungsbedingungen, als Datei erhältlich. Die Filme wurden bei der Restaurierung mit einer fortlaufenden Nummerierung in einer gänzlich zufälligen Reihenfolge versehen, mit welcher die physischen Filme und die dazugehörigen Digitalisate benannt wurden; z.B. Film Nr. 1. Dieser Identifikator ist zur Zitation der Filme massgeblich. Im Archivinformationssystem des Landesarchivs des Kantons Glarus (LAGL) ist ersichtlich, dass  aufgrund thematischer Schwerpunkte 20 Serien definiert und die Filme zwecks besserer Übersicht jeweils einer dieser Serien zugeteilt wurden. Zudem wurden innerhalb einer Serie die Filme in jeweils zwei Zeitperioden unterteilt (bis/nach 1945) und pro Zeitperiode gemäss ihrer Dauer sortiert. Zusammengehörende Filme wurden zueinander gestellt, wenn von Schönwetter klar als Zusammenhang beschrieben (z.B. Teil I und II bei gleichlautendem Titel). Für Forschungsprojekte kann vom Archiv ein Excel-Verzeichnis angefragt werden, worin sich Filme gemäss anderen Kriterien sortieren lassen (z.B. nur nach Dauer). Bei nicht klar beschriebenem Zusammenhang wurde vom Archiv nicht abgeklärt, inwiefern Filme mit ähnlichen Titeln zusammengehören, insbesondere weil von Schönwetter gleichlautende Titel oft für Unterschiedliches Verwendung fanden. Ob der Titel eines Films im Verzeichnis von Schönwetter selber vergeben wurde (als Titelsequenz oder Beschrieb auf der Büchse oder Rolle) oder ob der Titel vom Archiv stammt, ist pro Verzeichnungseinheit im Feld Beschrieb (Memobase) bzw. im Feld Form und Inhalt (LAGL) ersichtlich. Falls sich der Entstehungszeitraum klar aus dem Filminhalt oder dem Beschrieb von Schönwetter auf der Büchse oder Rolle ergibt, ist ein Jahr ohne "ca." notiert. Falls der Entstehungszeitraum gemäss anderen Informationen geschätzt wurde, steht zusätzlich ein "ca." und eine kurze Erklärung, ob sich die Schätzung aus dem physischen Filmmaterial oder andern Infos ergibt. Rückmeldungen zu den Filme werden nötigenfalls zu Anpassungen der Verzeichnung von Entstehungszeiträumen/Inhalten führen. Das Landesarchiv muss sich vorbehalten, solche Anpassungen vorzunehmen. Dauernd konstant zur Zitation bleibt der Identifikator bezüglich [Film-]"Nr. ...".

Zuständige Institution Original
Zuständige Institution Master
Zuständige Institution Zugang

Datum der Übernahme in Memobase
2020-09-04
Memobase ID
agl-001
Dieser Bestand wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.
Zuständige Institution

Landesarchiv des Kantons Glarus

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