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Olympiade der Exzentriker (1524-1)

Abstract:
Deutschland, München: OS-1972 / Schlussfeier / Kuriose Sport-Disziplinen

Sequenzbeschrieb:
München (Deutschland) – Tanzdarbietung an Schlussfeier
München (Deutschland) – NN OS-Fackel erlöschend
München (Deutschland) – NN OS-Fahne wird aus Stadion getragen
(o.O.) – Sportfischer-WM
(o.O.) – Siegerehrung
Genève, GE (Schweiz) – Mann mit auf Rücken verschränkten Beinen sich auf Händen und Gesäss fortbewegend
o.O. (Niederlande) – Pferde auf Seil gehend
o.O. (Niederlande) – Pferde Fussball spielend
o.O. (Schweiz) – Impressionen Minigolf-EM
o.O. (Schweiz) – Kugel auf Golfbahn sich bewegend
Kilchberg, ZH (Schweiz) – Schnecken-Rennen
Paris (Frankreich) – Magier Messer verschluckend
Paris (Frankreich) – Säbel werden durch Rücken von Syndra Khan gestossen
Paris (Frankreich) – Prinz Azagara Gewehr verschluckend
o.O. (USA) – Silvain Saudan Mount McKinley hinunter Ski fahrend

Communiqué:
Nachdem die Sommer-Olympiade 1972 doch noch zu Ende gegangen ist, und man sich bereits auf Montreal 1976 freut, ist die Zeit gekommen, Bilanz über sportliche Wettbewerbe zu ziehen. Durch mehrere, recht eigenartige Disziplinen angeregt kann man sich nämlich fragen, warum in vier Jahren nicht noch mehr Wettbewerbe ausgetragen werden: Für Fischer, für Schlangenmenschen, für seiltanzende Pferde, für Minigolfer, Schneckenrennen und Säbelschlucker und für sommerliche Steilwandfahrten an eisbedeckten Berghängen. (Eingeschlossen Material INA-Pool, Pathé, Polygoon, Zpravodajsky)

Begleittext:
Die Olympischen Sommerspiele 1972 hatten mit Optimismus, aber auch mit Taktschritt, Disziplin und Ordnung angefangen. Sie endeten mit dem glatten Gegenteil. Ausgelassenheit herrschte, überschattet von Trauer, und das Erlöschen der olympischen Fackel konnte gleichsam als Erlöschen der olympischen Idee verstanden werden. Und da die nächste Sommer-Olympiade ohnehin wieder mit vielen Ueberraschungen aufwarten wird, kann man sich fragen, ob nicht schon jetzt Vorschläge zur Aufnahme neuer Disziplinen angebracht wären. // Da sind z.B. die Sportfischer, die sich alljährlich zu einer Weltmeisterschaft zusammenfinden. Ueber 60 Angler aus aller Welt suchen ein geeignetes Flussufer und versuchen dann, mit allen möglichen Ausrüstungen die Fische ans Licht und zur Angel zu verführen. // Eine friedlichere olympische Disziplin lässt sich kaum denken und dabei könnte erst noch ein gewichtiges Problem einfach gelöst werden: Für die Verpflegung während der Sommer-Olympiade wäre bereits gesorgt. In Kanada soll es ja noch Fische geben ... // Der Fischer verdient sich sein Gold mit ruhigen Nerven und Geduld, das eigenartige Volk der Geher aber mit gestählten Beinmuskeln. Doch auch sie werden 1976 Konkurrenz zu fürchten haben: Ein Genfer Original unternimmt zur Zeit Versuche, in seiner selbst erfundenen Disziplin Weltrekordmarken zu setzen. // Während man sich über den Amateur-Status von Johnny Supertwist keine Gedanken machen muss, sind bei den Dressurreitern schon eher Zweifel angebracht. Doch auch unter den Pferdefanatikern gibt es noch reine Amateure. So gelang es einem holländischen Bauern, seine 14 jährige Stute "Telles" davon zu überzeugen, dass Seilakrobatik als Glanzstück einer guten Dressur gelte. // Selbst einer Rossnatur vergeht das Lachen beim Gedanken, dass parteiische Schiedsrichter bei solchen Uebungen Zehntelspunkte verteilen könnten. Ganze Punkte, respektive Tore zählen jeweils bei den olympischen Landhockey-Spielen. Man darf sich füglich fragen, warum denn nicht auch die Mini-Golfer nach Kanada reisen sollen. Anhänger dieses Spiels gibt es ja in grosser Zahl. // Die Schweiz hat übrigens keinen Grund, sich über mangelnden Medaillensegen zu beklagen. Anlässlich der 10. Miniaturgold-Europameisterschaften kam sie nämlich zu nicht weniger als 4 Silbermedaillen. // Um die langweiligen olympischen Fussballwettbewerbe etwas aufzuheitern, könnte man völlig neue Mannschaften bilden. Doch selbst im Tierreich scheint für Fussball derzeit keine grosse Begeisterung zu herrschen. // Schade ist es allerdings, wenn die Energiekapazitäten jener Tiere nicht ausgenützt werden, die bereit sind, mit geballter Kraft Rekorden nachzujagen. // Ueber 100 Konkurrenten aus drei Ländern nahmen am Internationalen Schneckenrennen in Kilchberg teil. Die Laufstrecke mass 1 Meter 50. Zum Doping zugelassen waren alle möglichen Lockmittel mit Ausnahme von Schneckengift. Wie überall im Sport sind leider auch hier die Wettkämpfer nur Marionetten an den Fäden ihrer Manager. // Obwohl alle möglichen Tricks angewandt wurden, gab es dieses Jahr keine eigentliche Rekordzeiten. Tina, Siegerin in diesem nervenaufreibenden Rennen, brauchte volle 15 Minuten 36, 51 Sekunden. // Auch den Fechtern im Olympiastadion droht Konkurrenz, nämlich von Männern, die weder scharfe Klingen noch Stiche fürchten. In Paris versammelten sich dieses Jahr Magier, Fakire und Säbelschlucker zu ihrem Jahreskongress, zu einer Olympiade des Gruselns, wie sie sich Dracula nicht schöner hätte wünschen können. // Syndra Khan, unempfindlich gegen Schmerz, lässt sich mit Vorliebe in einen menschlichen Igel verwandeln, indes Prinz Azagra nicht nur Schwerter und Feuer, sondern gleich ganze Gewehre verschluckt. Es ist nicht bekannt, ob er deshalb als Kriegsgurgel betrachtet werden muss. // Es gibt also noch recht viele Möglichkeiten, um während kommender Sommerspiele zu olympischem Gold zu gelangen. Für den Fall aber, dass nächstens die Winter-Olympiade abgeschafft werden sollte, schlagt Sylvain Saudan, Bezwinger gefährlicher Bergflanken, vor, Ski-Abfahrten im Hochgebirge als Teil der Sommerspiele durchzuführen. // Sylvain Saudan jedenfalls hat diesen Sommer als erster Mensch die Abfahrt von Amerikas höchstem Berg, dem Mount McKinley in Alaska, gewagt. Man vermutet, dass der Ski-Profi vom olympischen Zorn des Herrn Brundage zu dieser tollkühnen Tat angetrieben worden sei. //

Communiqué_1524.pdf

Vorführungen der eidg. Sektion in Zürich des Sektionsturnens für die Olympiade 1924 in Paris / La section elite des gymnastes suisses an travail preparatoire pour les jeux olympiques à Paris 1924

Inhalt

"Vorführungen der eidg. Sektion in Zürich des Sektionsturnens für die Olympiade 1924 in Paris" steht in der erhaltenen Vorführkopie, die zwei Filme enthält, vor "Turnertag der Turnvereinigung der Stadt Zürich 1924 / Fête de l’Union des Gymnastes de la Ville de Zürich 1924". Ursprünglich standen die beiden Filme an zweiter und dritter Stelle in der ursprünglich aus vier Filmen bestehenden "Schweizer National Cinema Rundschau No 1", die mit dem erhaltenen "Rennen in Frauenfeld 1924" begann; der vierte Film war der bis auf eine einzige Einstellung verlorenen "[XII. Ostschweiz. Zuchtstiermarkt Rapperswil 1924]".
Haupttitel und Zwischentitel des Films sind zweisprachig, was auf die Ambition eines schweizweiten Verleih verweist.
1. Pferd-Sprünge (breit u.lang) / Sauts à cheval (large et long)
2. Ringturnen (Rebetez, Antoine Chaux de Fonds Genevez) / Balancer à la corde (Rebetez, Antoine Chaux de Fonds Genevez)
3. Hangeln / Grimper

Aufmarsch der Turner in Viererreihe, sie machen eine Kurve und kommen direkt vor der Kamera vorbei. Einzelner Oberturner. Die Turner machen Freiübungen. Der Oberturner allein. Die Turner marschieren rundum. Oberturner in der Mitte wie ein Löwenbändiger, die Turner in Viererreihe rennen in einem Kreis um ihn herum ZT 1. Nacheinander springen je vier Turner auf verschiedene Arten über die Pferde und machen verschiedene Fehler und Unregelmässigkeiten. ZT 2 Der Ringturner macht seine Nummer, im Hintergrund zuschauer mit aufgespannten Schirmen ZT3 Nacheinander Hangeln zwei Turner das lose Seil hoch und rutschen herunter.
Ausgewählt
Kaleidoskop