Rigi Kulm Eiserne Pyramide, 1910

Von den Pyramiden aus eröffnet sich ein beeindruckendes Landschaftspanorama, was sie noch heute zu beliebten Ausflugszielen macht. Rigi Kulm, 1910

 

Gurnigel Pyramidenbau, 1937
Gurnigel Pyramidenbau, 1937
Dauerhafte Signalisierung mittels
Vermessungspyramiden

Die Pyramiden dienten ursprünglich der dauerhaften Signalisierung und dem Schutz der wichtigsten Vermessungspunkte. Sie sicherten nicht nur den Messpunkt, sondern erhöhten auch dessen Sichtbarkeit.

Triangulation
Triangulation
Die Vermessung der Schweiz
 

Mithilfe der Trigonometrie konnten Referenzpunkte untereinander ausgemessen werden. Unter Guillaume Henri Dufour entstand so 1838 die «Triangulation primordiale», welche die erste genaue Vermessung der Schweiz darstellt.

 

 

Die Vermessungspunkte

1843 wurden 163 Stationspunkte für die Vermessung ausgewählt. Von diesen wurden die Winkeln zwischen 460 Punkte wie Pyramiden, Türme, Kirchen und Signale ausgemessen. Auch Steinmannli sollten exponierte Signale schützen. Das Steinmannli mit Signal auf der Dufourspitze stand unbeschädigt von 1913 bis 1944. Der Aufwand, ein gutes Steinmannli zu bauen, hat sich ausgezahlt!

 

 

 


 
Pyramide mit Heliotropenstation, 1914

In den Voralpen wurden die Referenzpunkte unter Verwendung eines Heliotropen über sehr weite Distanzen eingemessen. Um den Referenzpunkt noch besser sichtbar zu machen, bündelte ein Spiegel das Sonnenlicht in Richtung Beobachtungspunkt. Chasseral, 1914 

Lägern, 1911

Bei guter Sicht konnten die Vermessungspunkte mit dem Theodoliten auf über 40 Kilometer vermessen werden. Ein Vermessungspfeiler direkt über dem eigentlichen Vermessungspunkt erleichterte die exakte Positionierung des Messinstruments, dem Theodoliten.
Lägern, 1911 

 

Ausschnitt Pyramide
Ausschnitt Pyramide
Pflege und Erhalt der Pyramiden
 

Die meisten Pyramiden aus Eisen wurden in den Jahren 1910-1914 erbaut. Von den ursprünglich 80 eisernen Pyramiden sind noch 60 erhalten. Heute sind die Pyramiden aus witterungsbeständigem Aluminium, nur die Spitzen und die Stahlträger behielten meist noch ihre ursprüngliche Ausführung.

Die schweren Eisenplatten, die Träger und die Spitzen wurden über die Jahrzehnte etliche Male revidiert, entrostet und übermalt.

Träger beim Aufstieg zum Titlis für Reparatur, 1923

Oft war der Aufstieg zu den Vermessungspunkten ins Hochgebirge anstrengend und abenteuerlich. Träger beim Aufstieg für Reparatur der Pyramide.
Titlis, 1923

Revisionsequipe, Pause auf dem Titlis, 1923

 Die alpine Vermessungs- und Revisionsequipe 1923 bei einer Pause auf dem Titlis. Im Hintergrund ist bereits die Pyramide sichtbar.
Transport von Cement und Sand für Reparatur der Pyramide.
Titlis, 1923

Trägerkolonne auf dem Aufstieg zum Titlis, 1923

 Trägerkolonne mit Cement und Sand auf dem Marsche zum Gipfel für die Pyramiden-Reparatur. Titlis, 1923

Reparatur der Pyramide auf dem Titlis, 1939

 Bereits sechs Jahre später erfolgte die nächste Revision der Pyramide, das südliche Strebefundament wurde repariert. Titlis, 1939

Umnutzungen

Die Pyramide auf dem Hörnli wurde im ersten Weltkrieg sogar zu militärischen Sperrgebiet.

 

Vermessungsarbeiten evtl. Ostsignal Gurten
Vermessungsarbeiten evtl. Ostsignal Gurten
Vermessungen

Die Rigi, der Napf, der Pilatus, der Titlis, das Hörnli, die Lägern und der Gurten; sie alle wären ohne ihre Pyramiden unvorstellbar.

Noch immer vermitteln die Pyramiden eine grosse Symbolkraft und werden als kulturhistorische Denkmäler wahrgenommen. Auch wenn die Pyramiden seit 1995 und der Einführung der satellitenbasierten Vermessung keine direkte Funktion für swisstopo mehr haben, werden sie weiterhin gepflegt und erhalten.

 

 

 

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Design:

Memoriav

Datum: 

Dezember 2023

Quellennachweise:

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