Gespräch mit der Familie Glarner in Meiringen

  • suisse allemand, bernois, dialecte
  • 1960
  • Durée: 00:19:35
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Description

Trägertitel: Hanny Christen: Feldaufnahmen 1960. In Ilfis bei Fritz Reber; in Meiringen bei Werner Glarner (Schnitzer), Margareth Zenger und Xander Brog; in Lungern bei Sepp Gasser (Schnitzer) und Sunni-Vatter.
Details: Der erste Teil der Aufnahmen mit Fritz Reber befindet sich auf 18BD1018.
Werktitel: Gespräch mit der Familie Glarner in Meiringen
Details: Bei dieser Person handelt es sich um die Mutter von Werner Glarner
Zusammenfassung: Werner Glarner erzählt: Er hatte das Schnitzlerhandwerk 1935 in Meiringen gelernt, sich 1945 selbständig gemacht und zwei "Basärli" eröffnet. Die Vorfahren der Glarner waren aus Schweden eingewandert. Eine Schnitzlerlehre dauert dreieinhalb Jahre. Es werden auch ausserhalb der Werkstatt Heimarbeiter, vorwiegend Behinderte, beauftragt. Das Holz kommt aus der Gegend und wird 3 bis 4 Jahre gelagert. Für Schnitzel wird Lindenholz benutzt, fürs "Drehen" (Berg-)Ahorn. Die Bäume sollten etwa 60- bis 80-jährig sein. Christen macht einen Vergleich mit dem Holz von Hanny Christens Cello. Glarner weiter: Im Sommer schauen Touristen in der Boutique bei der Herstellung zu. Auch weibliches Geschlecht hat Interesse am Schnitzlerberuf. Christen will Liedchen hören, eines "vom Vater her". Glarner ist 42. Christen fragt ihn, ob er beim Schnitzeln nicht manchmal auch ein Lied pfeift, was er verneint. Sie fragt ihn weiter, ob er sich daran erinnert, wie Melchior "Menk" Zenger auf der Alp die Bassgeige spielte, was er bejaht. Auch den Geiger Hans Zenger hatte er noch gekannt. Margareth Zenger ist heute 78. Christen erzählt, wie M. Zenger ihr Lieder diktierte (mit "do-re-mi-fa-ut"), die aus der Zeit vor 1800 stammen sollen. Franz Glarner zitiert einen Liedtext: "Zu Ziten bin i s'Liederlich, zu Ziten bin i s'Göd, i han es artigs Müeterli, das seit mer Lumpenbär". Christen zitiert Albert Streichs Version des gleichen Gedichts/Liedes, in dem sie Unzufriedenheit ausgedrückt sieht. Glarner trägt ein weiteres Gedicht vor: "Und dass der Rüss giget, das han i probiert, und dass er jetzt tanzet, das han i grad gspüert. S'Hämd am Liib chläbet und tröpflet vor Schweiss, i glöibe der Rüss macht das grad mit Fleiss". Der 80-jährige Hans von Weissenfluh hatte Christen erklärt, was "de Rüss giget" bedeutet: Skandinavier wurden herübergerufen, weil Russen zu russisch, zu wild waren; die Geigenspieler von Pomatt nennt man "rüssisch" und das Haus, in denen sie tanzen, "Rüssisch-Huus"; "s'Hackbrätt-Wiibli" von Pomatt war eine Russin namens Katharina Perig. Befragung der Töchter von Werner Glarner: Christine geht in die Arbeitsschule, wo sie 'Chappen' (= Mützen) herstellt. Sie war auf einer Schulreise am Vierwaldstättersee, im Verkehrshaus, im Strandbad, beim Spritzbrunnen mit Pferden in Luzern. Christen hofft, dass sie keine so "dummen Amerikaner-Hüte" gekauft hatte. Christine weiter: Die Schulklasse hatte im Zug die Lieder "Marina" [Schlager von Rocco Granata] und "S'Träumli" gesungen. Sie singt "S'Träumli". Das Lied hat Christian Boss aus Grindelwald geschrieben. Für die Anwesenden ist das kein Volkslied, sondern ein Schlager. Christen meint dazu: Die urchigen, schönen Lieder gehen verloren, während solche Schlager gesungen werden. Glarner liest vor: "Hansjoggeli am Bach het luter güet Sach, het Fischli z'Morge und Chrebseli z'Nacht". Ein Text von den Haslibergern: "Z'Hasliberge isch schen, die lan si nid frene, si singe so schen, wie trapped im Fehn" (Transkription ohne Gewähr). Mutter Glarner liest einen Text von Viktor an der Fuhren vor: "Binz und Bänz und Bodrian, die haben mir alle wohlgetan. Schottisch, Polka tanzen i gern, mit em e schöne Meitschi vo Bern. Aber i tanze nid mit dir, lieber mit em Üri-Stier". Viktor an der Fuhren war Drechsler und ein guter Sänger. Christen rezitiert einen seiner Liedtexte: "S'Waldgriederli im Hittli het Stifeli gwischt, het s'Beseli la falle und s'Schätzeli küsst". Christen möchte von Frau Glarner mehr über V. an der Fuhren erfahren und von ihr hören, dass die Leute früher oft sangen, was diese nicht bestätigen kann. Christen: "Und jetz schlofe die alte Liedli, bis den s'Musig-Hanneli chunnt und se wider e chli wecke tuet". Christen spricht auf das Lied vom "Birebaum" an. Frau Glarner: "Mir si nid e so singluschtig gsi". Christen zitiert einen Liedtext, den sie von Margareth Zenger erhalten hat: "E Fuchs mit zwei Gringe, e Has mit eim Bei, die Meitschi si trurig, we d'Buebe nid wei." Christen: "Das hei ali Alte gsunge im Berner Seeland". "Und S'Fraueli wo z'Märit gaht"? Glarner: "Chilevogt, Chilevogt, Eggers Sohn, het Schüelers Jährlis Meitschi gnon" (Transkription ohne Gewähr). Dies ist "z'Rebgärtli-Tänzli" aus Weissenberg am Hasliberg. Christen: Der Text des Liedes über den "Chilevogt Eggers Sohn" existiert auch in Lungern, Obwalden, aber nur in Hasliberg wird er gesungen, da er vom Obwaldner "Chilevogt" handelt. Obwalden und Hasli, obwohl katholisch und protestantisch, haben alles miteinander geteilt. Die Musik hat alle zusammengeführt.
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