Der Weg zur Sozialpartnerschaft in der Maschinenindustrie (1989)

  • ger
  • 1986-01-25
  • Durée: 00:14:39

Description

Deutsche Neufassung vom historischen Teils des Films "Les accords dans l'industrie suisse des machines et des métaux" von 1980 (F 9003-008) 00:00:00 Filmanfang
00:00:01 Anzeichen der Sozialpartner in der Schweizer Metall- und Maschinenindustrie, "Die Sozialpartner der Maschinenindustrie zeigen: Der Weg zur Sozialpartnerschaft" (Titel)
00:00:11 „Erste Hälfte des Achtzehnten Jahrhunderts, Menschen bei ihrer Arbeit.“ (Aufnahmen von Gravuren mit Handwerkern)
00:00:25 Überblendung: „Die Dampfmaschine löst die erste industrielle Revolution aus. Eine mit den früheren Entwicklungen nicht vergleichbare Wandlung von Wirtschaft und Gesellschaft findet statt.“ (Aufnahme einer Modelldampfmaschine)
00:00:47 "Die französische Revolution: sie fegt die frühere Herrscher und Grundbesitzer weg." Aufnahmen von Gravuren mit einem Königshof und dann Kanonen und Aufständischen, vermutlich bei der Prise de la Bastille, eine Frau (Marie-Antoinette?) wird zur Guillotine geführt.
00:01:15 Überblendung: "Das aufstrebende Bürgertum verwandelt das Gesicht der Wirtschaft." Aufnahmen von einem Bourgeois, Fabriken in städtischer Umgebung, von einer Gruppe von Bourgeois
00:01:26 "In den Fabrikbetrieben wird die mechanisierte Arbeitsweise eingeführt." Aufnahme eines Räderwerkes
00:01:37 "Eintönigkeit, überaus lange Arbeitzeiten und ein karger Lohn sind das Schicksal der damaligen Arbeiter. Zwischen den Unternehmern und den Arbeitern kommt es bald einmal zu Auseinandersetzungen. Verzweifelte Arbeiter zerstören da und dort Fabriken. In manchen Ländern Europas der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts werden die sozialen und politischen Kämpfe auf den Strassen ausgetragen." Aufnahmen von Gravuren mit Fabriken, Brand einer Fabrik, Arbeiterrevolten, Armee bei der Repression von Aufständen (Töne von Geheulen und Waffenschüssen)
00:02:10 Lied "Die Internationale" im Off, "1848 erscheint das von Marx und Engels geschriebene kommunistische Manifest und 1869 kommt die Erste Internationale zusammen." Aufnahmen von einem Exemplar des Manifests mit Porträts von Marx und Engels, Aufnahmen von Delegierten des Kongresses der Internationalen Arbeiterassoziation in Basel (Erste Internationale, Gründungskonferenz in London 1864, der Kongress von 1869 fand in Basel statt)
00:02:26 Trommel im Off, "In der Schweiz werden 1815 erste Reglungen zur Reglementierung der Fabrikarbeit von Kindern erlassen. So in Kanton Zürich: 'Kein Knabe oder Mädchen soll in einer Fabrik oder Spinnmaschine aufgenommen werden, ehe das das zehnte Jahr angetreten hat. Und es sollen die junge Leute täglich nicht mehr als 12 bis 14 Stunden am Tag beschäftigt werden'." Aufnahme des Dokuments "Verordnung wegen des Gebrauchs der minderjährigen Jugend in Fabriken überhaupt, und in Spinnmaschinen besonders."
00:02:56 "1848, der Schweizerische Bundesstaat wird gegründet. Die neue Verfassung gewährleistet die Vereinsfreiheit. Damit ist die Voraussetzung zur Gründung der gewerkschaftlichen Organisationen gegeben." Aufnahmen von einer Gravur mit der Gründung des Bundesstaates am 12. September 1848 (Bundesverfassung von 1848). Aus der Bundesverfassung von 1848: "Die Bürger haben das Recht, Vereine zu bilden, sofern solche weder in ihrem Zweck noch in den dafür bestimmten Mitteln rechtswidrig oder staatsfeindlich sind."
00:03:31 "Glarus, ein Kanton mit umfangreicher Textilindustrie. Dank Unterstützung durch den fortschrittlichen Industriellen Peter Jenny und auf Druck der organisierten Textilarbeiter wird 1864 eine soziale Gesetzgebung erlassen, die für die damalige Schweiz richtungweisend ist. Die Glarner Landsgemeinde hat zum Beispiel beschlossen: 'Alltagsschulpflichtige Kinder dürfen in keiner Fabrik zur Arbeit verwendet werden. Die wirkliche Arbeitszeit in den Fabriken darf nicht mehr als zwölf Stunden täglich betragen. Frauenspersonen sollen vor und nach ihrer Niederkunft im Ganzen während sechs Wochen nicht in der Fabrik arbeiten.'." Aufnahme vom Dokument
00:04:18 Auseinandersetzungen um das 1877 knapp verabschiedete Arbeitsgesetz, Ausschnitte aus verschiedenen Kampfschriften, Auszug aus dem Arbeitsgesetz
00:05:00 Industrielle Konzentration und Integration in den Weltmarkt, Gründung von Industrieverbänden (Vorort 1870, SGB 1880, Metallarbeiterverband 1888 mit Aufnahme der Uhrenindustriearbeiter 1915)
00:06:02 Arbeiter in einer Schmiede, "In den darauf folgenden Jahren nimmt als Folge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten die soziale Unrast und damit auch die Streikbereitschaft zu." Aufnahmen von Gravuren mit streikenden Arbeitern, Transparent "Arbeiterstreik Neumühle"
00:06:14 Erster Weltkrieg, Aufnahmen von Schlachten an der Front. Arbeiter in der Schweiz von Reallohnverlusten stark betroffen. Zahl der Gewerkschaftsmitglieder steigt.
00:06:57 "Im November 1918 erreichen die heftigen politischen und sozialen Auseinandersetzungen ihren Höhepunkt im Generalstreik." Arbeiterdemonstrationen während des Generalstreiks, Ausschnitt aus der Zeitung "La Suisse" mit dem Titel "Tentative de grève générale", "Dans de nombreuses villes, elle n'est que partielle. Maintenir la préséance du pouvoir civil. Zürich a été privée de lait." Ausschnitt aus der Zeitung "Volksrecht" mit dem Titel: "Der Generalstreik in der Schweiz, Revolution in Deutschland." Überblendung zur Aufnahme einer marschierenden Arbeitermasse, Auseinandersetzungen vom 10. November 1918 zwischen Armee und demonstrierenden Arbeitern auf dem Münsterhof in Zürich. Einsatz der Armee, Armee schützt das Bundeshaus und Schüsse im Off.
00:07:45 Weitere Gründungen von Arbeiterorganisationen
00:08:03 "New-York 1929: Börsenkrach." Aufnahmen des "Schwarzen Freitags" an der Börse, Fabrikpleiten und Arbeitslosenschlangen. Die faschistische Bedrohung nimmt in diesem Kontext zu (Zeichentrickfilm: Karte Europas wird von schwarzen Flecken und Figuren von Mussolini und Hitler erobert – Ausschnitte aus dem Film „Arbeit und Wohlstand für alle“, 1934/35, Fonds SABZ).
00:08:52 Aufnahmen von nationalsozialistischen Versammlungen (vermutlich in Nürnberg). "Deutschland 1933. Hitler gelangt an die Macht und löst die Gewerkschaften auf." Aufnahme von einer Rede Hitlers
00:09:15 Spanischer Krieg mit Aufnahmen von Francos Streich gegen die "Front Populaire", Schlachten, Hilfe von Mussolini und Hitler, gefangengenommene Partisanen
00:10:02 Wirtschaftslage sehr gespannt in der Schweiz trotz einer 30%igen Frankenabwertung. Angesichts der zunehmenden Arbeitskämpfe Absicht des Bundesrates, eine Zwangsschlichtung einzuführen.
00:10:42 Eine Arbeiterdemonstration mit einem Redner (Konrad Ilg?), "Diese Gefahr der Zwangsschlichtung, die wirtschaftliche Krise und die faschistische Bedrohung beunruhigen führende Männer der Wirtschaft. Konrad Ilg, der damalige Präsident des SMUV, ergreift die Initiative zu Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband, in dessen Präsidenten, Dr. Ernst Dübi, er einen gesprächsbereiten Partner findet. Zusammen bereiteten sie das erste Friedensabkommen in der Metall- und Maschinenindustrie vor. […]" Photos von Konrad Ilg und Ernst Dübi, Dokument des Friedensabkommen vom 19. Juli 1937
00:11:13 "Die zu dieser Zeit noch auf beiden Seiten gegenüber einer friedlichen Lösung von Interessenkonflikte bestehende Unsicherheit bewirkt, dass das Abkommen zunächst nur für zwei Jahre abgeschlossen wird. Der Vertrags- und Verhandlungsgedanke setzt sich gegen Anfeindungen von ganz links und ganz rechts jedoch immer stärker durch.
00:11:36 Graphische Darstellung mit Stichdaten der Abkommen von 1937, 1939, 1944, 1949, 1954, Offstimme: "Die Vertragswerke, die in den nachfolgenden Jahren abgeschlossen worden, sind Meilensteine auf dem Weg zur heutigen Sozialpartnerschaft. 1955 wurde ein ähnliches Vertragswerk mit den Angestelltenverbänden unterzeichnet." Aufnahmen der Abkommen (Deckblatt), "Doch bereits 1918 gab es einen branchenübergreifenden Vertrag, an dem die Angestelltenverbände und der ASM beteiligt waren: die Berner Übereinkunft." (Aufnahme des Dokuments) "In den folgenden Jahren führten weitere Gespräch zur Reglung in Bereichen wie Ferien oder Militärdienstentschädigung. Seit 1958 werden beide Vertragswerke periodisch erneuert und schrittweise ausgebaut. Ab 1964 finden die Vertragsverhandlungen parallel statt. Im Laufe der Jahrzehnte sind die beiden Verträge einander angeglichen worden. Der Vorschlag einer gemeinsamen Vereinbarung setzt sich 1988 durch. Dieses Vertragswerk gilt seit dem 1. Juli 1988 für alle Arbeitnehmer im Betrieb und Büro." Graphische Darstellung
00:12:56 "Die gemeinsame Vereinbarung trägt dem Wandel der Zeit Rechnung." Aufnahmen von Arbeitenden in einer Fabrik, Computerisierung der Produktion, Konzeption und Verwaltung, neue Betriebsorganisation wie "arbeitsautonome Betriebsgruppen", Aufnahmen von automatisierten Fertigungsprozessen und Robotern, Fertigungshalle oder Werkstatt mit Lokomotiven der SBB
00:13:54 Abspann mit Namen der beteiligten Organisationen (ASM, SMUV, VSAM, CMV, SKO, LFSA, SKV), "Der Weg zur Sozialpartnerschaft", "Condor-Audiovisuals-AG © 1989"
00:14:39 Filmende
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